Auch die Lage der Immobilie spielt eine wichtige Rolle

Ob man nun ein Haus kaufen oder bauen - oder auch nur eine Wohnung kaufen - möchte, eine der ersten Fragen, die sich stellt, ist die Frage nach dem “Wo”. So spielt die Lage einer Immobilie eine wesentliche Rolle und sollte immer in den Planungen berücksichtigt werden. Der Kauf einer Immobilie ist vermutlich die größte Investition im Leben und noch dazu ein echtes Abenteuer.

Der Wert einer Immobilie hängt also maßgeblich von der Lage ab. Und da gilt es, auch die zukünftige Entwicklung zu berücksichtigen, um nicht böse Überraschungen zu erleben. Beispielsweise kann die zukünftig bessere Anbindung an den ÖPNV den Wert einer Immobilie steigern. Eine geplante neue Siedlung in der Nachbarschaft, die den schönen Ausblick verbaut, wird das Gegenteil mit sich bringen: Wertminderung.

In die Stadt oder doch lieber aufs Land?!

Es ist eine Grundsatzentscheidung, ob man lieber auf dem Land oder in der Stadt wohnen möchte. Welche Prinzipien und Prioritäten hat man? Großer Garten für die Kids, dafür aber weite Fahrtstrecken zur Arbeit? Oder zentrumsnah wohnen und dafür auf den Luxus des großen Gartens womöglich verzichten? Bei alledem spielt natürlich auch der Geldbeutel eine große Rolle.

Bewertung der Lage

Wenn man sich für eine Immobilie interessiert, sollte man im Voraus versuchen, so viel wie möglich über die Lage herauszubekommen. Wie ist der Ruf? Wie sieht es mit Autolärm zu den verschiedensten Zeiten aus. Wo gibt es Hauptverkehrsadern? In Hauptwindrichtung? Blocken querliegende Gebäude den Lärm ab? Im Schallschatten ist es angenehm ruhig. Das kann man beispielsweise durch Gartenmauern und Schalldämmtore zwischen den Häusern auch nachträglich noch erreichen.

Auf Gemeinde- oder Kreisverwaltung kann man Einblick in den Generalverkehrsplan erhalten. Dieser legt die Strategie der Verkehrsplanung fest. Handelt es sich um ein reines Wohngebiet (WR) oder ein Mischgebiet (MI)? Die Baunutzungsverordnung definiert, was in diesem Viertel zulässig ist. Wenn in einem Mischgebiet ein Betrieb verkauft wird, dann könnte eine andere Firma einziehen, die nun Lärm macht (zum Beispiel Auto-Tuning) oder viel Kundschaft anzieht. Der Bebauungsplan gibt Aufschluss darüber, wo freistehende Häuser, Doppelhäuser und Hausgruppen vorgesehen sind.

In Sachen Lärm gibt es Grenzwerte: In reinen Wohngebieten am Tag 50 Dezibel dB(A), nachts 35 dB(A), in Misch-, Kern, und Dorfgebieten tags 60, nachts 45. Die Umgebung kann das Leben im neuen Domizil ziemlich vergällen. Also genau hinschauen und hinhören, umhören und auf den Ämtern prüfen. Auf den nächsten Turm steigen, bei Google Maps die Umgebung ins Auge nehmen. Wie sieht es mit Ärzten, Krankenhäusern, Apotheken, Kindergärten, Schulen, Spielplätzen in der Umgebung aus?

Bodenrichtwert - Definition

Der sogenannte Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert. Er kann dem Fachmann nur als Basis fürs Ermitteln des Verkehrswerts eines Grundstücks dienen. Ein gewachsenes Viertel mit alter Infrastruktur und hohen Bäumen kann man relativ gut beurteilen: Der endgültige Zustand ist hier im Grunde bereits erreicht.

Das Haus und seine Eigenheiten

Das Wunschobjekt wurde gefunden und der Preis bewegt sich auch im akzeptablen Rahmen? Sehr gut! Und wie gut der Energiestandard des Hauses ist, das zeigt der Energieausweis, den der Verkäufer auf Nachfrage vorlegen muss.

Einsicht ins Grundbuch und das Baulastverzeichnis kann Aufschluss bringen: Etwaige Einträge könnten den Kaufpreis mindern. Dann ist es Zeit für fachliche Hilfe durch den Architekten, den Energie- oder Finanzberater.

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