Schnäppchen oder Fehlinvestition?

Hauskauf: Worauf man beim Erwerb einer Bestandsimmobilie unbedingt achten sollte. Hier findet ihr die Antworten auf die wichtigsten Fragen…

Die Suche nach dem Traumhaus wird zunehmend schwieriger und ist leider auch mit immer höheren Kosten verbunden. Soll es die hübsche Villa am Stadtrand sein oder doch lieber das kleine Reihenhaus in Zentrumsnähe? Eine gebrauchte Immobilie zu kaufen heißt nicht nur, dass man nicht so frei bei der Planung und der genauen Umsetzung der eigenen Wunschvorstellungen sein kann, wie man es vermutlich gerne hätte, es birgt noch dazu auch hohe Risiken.

Wir wollen euch heute in diesem Zusammenhang die drei wichtigsten Aspekte nennen, die ihr unbedingt bei der Planung und Verwirklichung eures Traumhauses beachten solltet.

No 1. Die Lage - ein entscheidender Kostenpunkt

Längst spielt die Attraktivität der Lage nicht mehr nur in Großtstädten eine große Rolle für die Preisbildung einer Immobilie. Die Menschen legen großen Wert auf kurze Wege und schnelle Erreichbarkeiten. Naherholungsgebiet, Schulen, Einkaufszentren, Ärzte und Apotheken, Kitas und Kultureinrichtungen - alles soll möglichst schnell erreichbar sein und dennoch nicht stören. Auch die Zukunft spielt eine entscheidende Rolle, wenn man sich für den Erwerb einer bereits bestehenden Immobilie entscheidet. Da stellen sich Fragen wie zum Beispiel: Wie sieht die Zukunft im Umkreis der Immobilie eigentlich aus? Sind etwa größere Veränderungen wie die Einrichtung von Überlandleitungen, Fernstraßen, Bahnstrecken, Flughafenzubringern oder ähnlichem geplant? Das alles kann den Wert einer Immobilie deutlich und entscheidend verringern. Ebenso bringen Prognosen zur demografischen Entwicklung der Region des Öfteren sehr interessante Ergebnisse mit sich. Das zuständige Bauamt kann euch in dem Zusammenhang über geplante Entwicklungen Auskunft geben.

No 2. Modernisieren und Umbauen - Einschätzen des Aufwands

Um eine Bestandsimmobilie auf den neuesten Stand zu bringen und sie den modernen Wohnansprüchen anzupassen, besteht oft auch ein hoher Modernisierungsbedarf. Dazu kommt, dass nicht alle Wünsche der potentiellen Käufer machbar oder bezahlbar sind. Besonders wenig Spielraum gibt es hier bei Gebäuden, die als Kulturdenkmal eingestuft sind, im Bereich einer Erhaltungssatzung oder gar in einem förmlichen Sanierungsgebiet liegen. Ob es Baulasten gibt, beispielweise durch eine unterirdische Kanalführung, eine Überbauung mit Stromleitungen oder nachbarschaftliche Abstandsflächen, lässt sich beim Baulastenkataster erfragen. Der technische Zustand und die Instandhaltungssituation sind maßgeblich, um die mögliche Höhe des Sanierungsaufwandes genauer ermitteln bzw. einschätzen zu können. Ein sogenannter Modernisierungscheck bzw. ein Schadstoffcheck sind sehr empfehlenswert, denn bis Mitte der 90er Jahre wurden leider relativ oft Materialien mit schädlichen Inhaltsstoffen verbaut.

No 3. Mögliche Zusatzkosten - ordnungsrechtliche Vorgaben

Die Energieeinsparverordnung, kurz EnEV genannt, spielt nicht nur beim Neubau sondern auch bei Bestandsgebäuden eine tragende Rolle und womöglich gibt es auch Vorgaben aus dieser Verordnung zu beachten. Beispielsweise müssen Heizungsanlagen nach 30 Jahren erneuert werden. Die Heizkörperthermostate müssen nachgerüstet werden, Heizungsrohre und auch Dächer gedämmt werden und einiges mehr. Beim Altbau sind aber auch viele Ausnahmen möglich. Hierzu sollte man sich unbedingt den fachmännischen Rat eines Energieberaters einholen.

Und last but not least: Eine Besichtigung der Bestandsimmobilie zusammen mit einem unabhängigen Sachverständigen ist absolut empfehlenswert.

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