Wenn mal nicht alles glatt läuft: Fristen und gesetzliche Regelungen zur Mängelbeseitigung beim Hausbau

Für uns bei bauen.wiewir hat die Zufriedenheit unserer Kunden und Bauherren oberste Priorität - und wir sind auch nach der Fertigstellung des Hauses gerne Ansprechpartner.

Dies ist leider nicht immer und überall der Fall - und von daher möchten wir euch heute einmal über das Thema Fristen und gesetzliche Regelungen zur Mängelbeseitigung beim Hausbau informieren. Im BGB ist genau festgelegt, wie sich Bauherren gegen Mängel wehren können.

Mängelbeseitigung

Mängel können in den verschiedensten Formen auftreten - da können beispielsweise Abdichtungen unzureichend sein, Risse im Mauerwerk auftreten oder die Dämmung fehlerhaft sein. Für solche Fälle hat der Gesetzgeber mit bestimmten Festsetzungen dafür gesorgt, dass der Bauherr Anspruch auf Nachbesserung hat. Das bedeutet, dass der entsprechende Handwerker nochmal tätig werden und den Mangel beheben muss.

Definition “Mangel”

Um den Handwerker in die Pflicht zu nehmen und den Mangel beheben zu lassen, muss der Mangel erst als solcher erkannt und bestätigt werden. Das kann der Bauherr selbst tun, im Zweifelsfall kann aber auch ein externer Gutachter oder ein Bauherrenberater hinzugezogen werden.

Ein guter Grund, einen Experten um Rat zu bitten, ist die Tatsache, nicht jeder Mangel so offensichtlich ist wie ein Riss im Mauerwerk. Nicht jeder Mangel fällt sofort auf. Unmittelbar nach Feststellung und Bestätigung eines Mangels, sollte der Bauherr tätig werden und eine Mängelrüge erteilen.

Definition “Mängelrüge”

Um einen Mangel am Bau handelt es sich laut Gesetzgeber dann, wenn die Arbeit am Bauwerk nicht vollständig, richtig oder funktionsfähig durchgeführt wurde. Im Bauvertrag sind die Einzelheiten definiert. Ein Mangel muss schriftlich durch eine Mängelrüge/Mängelanzeige beim Bauunternehmer oder direkt beim Handwerker angezeigt werden. Es erfolgt eine Fristsetzung (in der Regel 14 Tage) zur Behebung des Mangels (sogenannte Nacherfüllung). Die Möglichkeit zur Nacherfüllung muss dem Bauunternehmer/Handwerker gewährt werden. Die Regelungen zur Mängelbehebung hat der Gesetzeber im BGB in den Paragraphen 634 und 635 festgehalten. Wird die Mängelbeseitigung ohne Angabe von Gründen nicht fristgerecht erfüllt, kann der Bauherr die Arbeiten durch eine dritte Firma auf Kosten des Bauunternehmers durchführen lassen.

Mängelrüge nach erfolgter Bauabnahme

Nicht alle Mängel sind sofort offensichtlich und so kann es passieren, dass die Bauabnahme bereits erfolgt ist, wenn Mängel auftreten. Dann sind nicht nur die Arbeiten schon abgeschlossen, sondern im Zweifel auch schon alles bezahlt. Glücklicherweise hat der Bauherr auch dann noch Recht und Anspruch auf Mängelbeseitigung. Die Frist für nachträgliche Behebung von Mängeln am Bau ist durch gesetzliche Gewährleistungsrechte geregelt. Die Anspruchsfrist beträgt im Normalfall noch fünf Jahre nach Abschluss des Baus. Ist der Bau also bereits abgeschlossen, kann sich der Bauherr weiterhin noch durch eine schriftliche Mängelrüge beim Handwerksbetrieb melden und eine Ausbesserung fordern. Die Verjährungsfrist bei Leistungen an einem Grundstück liegt jedoch nur bei zwei Jahren.

Leitfaden für die Mängelbeseitigung

Fünf Schritte, wie Bauherren Mängel geltend machen:

Wichtig: Je früher desto besser! Um Mängel frühzeitig zu entdecken und geltend zu machen, sind regelmäßige Besuche auf der Baustelle hilfreich. Verschafft euch einen Überblick und schaut euch die einzelnen Bauschritte genau an. So könnt ihr die Handwerker frühzeitig zur Ausbesserung verpflichten.

Bei der Bauabnahme sollte jedes Detail kontrolliert werden.

Falls ihr ganz sicher gehen wollt, holt euch den Rat eines unabhängigen Sachverständigen ein und beachtet folgende Schritte:

Dokumentation

Der Mangel muss dokumentiert werden. Macht detaillierte und aussagekräftige Fotos und zeigt den Mangel außerdem einem neutralen, unabhängigen Zeugen oder Sachverständigen.

Mängelrüge

Hier empfiehlt sich der Versand als Einschreiben. In etwa 14 Tage (gebt ein genaues Datum als Frist an) sollten zur Behebung des Mangels eingeräumt werden.

Zahlung zurückhalten

Haltet als Druckmittel etwas Geld zurück, bis der Mangel vollständig behoben ist.

Erneute Frist setzen

Sollte die Rüge ignoriert werden, kann ein Fachanwalt weiterhelfen. Zuvor kann aber auch der Versuch einer weiteren Fristsetzung vorgenommen werden, in der Hoffnung, dass das Bauunternehmen den Mangel nun tatsächlich behebt.

Rechte in Anspruch nehmen

Oftmals hilft es, die Vergütung zu mindern. Oder aber, man beauftragt einen dritten Handwerker - die zusätzlich entstandenen Kosten werden dem Bauunternehmer in Rechnung gestellt. Möglich sind im Extremfall auch ein Rücktritt vom Vertrag oder sogar Schadensersatzforderungen.

Finger weg!

So stressig es auch ist und so lange sich manche Handwerker vielleicht Zeit lassen mit der Behebung des Mangels - es ist jedoch ganz wichtig, als Bauherr Ruhe zu bewahren und auf keinen Fall selbst ans Werk gehen. Durch das Verändern der Mängel können Beweise zerstört werden. Beachtet immer die oben beschriebenen Schritte, so kommt ihr am ehesten ans Ziel!

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